Nach drei Wochen und über 200 E-Mails und Benachrichtigungen ist die erste Runde meiner Putzaktion im Netz beendet. Warum was sie nötig? Weil Google neuerdings die Kopien meiner Texte meistens vor dem Original listet. Da niedrig geschätzt 80% der Kopien mich nicht als Verfasser ausweisen, bestand nunmehr ernsthaft die Gefahr, dass diese namenlosen Kopien immer weitere Kreise ziehen. Übrigens sagen die Piraten zu solchen Fällen:
"Die korrekte Angabe des Urhebers ist die Grundlage für Respekt und
finanzielle Wertschätzung. Sich mit fremden Federn zu schmücken ist
glatter Betrug, den wir scharf verurteilen."
Interessant, nicht? Wenn selbst diejenigen, die nicht im geringsten im Verdacht stehen, etwas gegen Kopierer zu haben, ein solches Verhalten Betrug nennen, warum schreib ich dann eigentlich immer noch mehr oder weniger freundliche E-Mails?
Das mit der Freundlichkeit wird sich allerdings nun langsam geben, denn es geht in die zweite Runde. Ich habe noch rund offene 100 Fälle, wo keinerlei Reaktion erfolgte, die versprochene Löschung nicht durchgeführt wurde oder jemand schlichtweg seine eigenen kommerziellen Interessen mit meinen Gedichten verfolgte. Hier wird es nun Fristsetzungen geben, Beweise werden sichergestellt und die eine oder andere Rechnung herausgehen. Aber Geld ist kein Ersatz für die vergeudete Zeit in den letzten drei Wochen.
Doch was wäre die Alternative? Tue ich nichts, schädige ich mich weiter selber, weil Google nicht zwischen Kopie und Original unterscheiden kann. Mache ich diese Arbeit nicht selbst, müsste ich einen Anwalt mit Abmahngebühren reich machen. Das widerstrebt mir – noch. Also schreibe ich keine Gedichte, sondern Mahnungen. Wie schön.
Hans Retep Gedichte
Der Blog zur Website www.hans-retep-gedichte.de
Freitag, 18. Mai 2012
Samstag, 5. Mai 2012
Ach, Gott: Schwarzer Humor
Eigentlich hätte mir das Lachen schon längst vergehen müssen nach den über 100 E-Mails, die ich in den letzten Tagen an Webmaster, Forenbetreiber, Community-Manager geschrieben habe, um meine kopierten Texte wenigstens mit dem richtigen Autor versehen oder löschen zu lassen. Zum Glück ist ein Großteil der Angeschriebenen kooperativ, es gibt sogar Leute, die sich entschuldigen. Aber es gibt auch ein paar ganz Schlaue, wie den hier:
"das Gedicht musste ich leider löschen , weil sich der Urheber einbildet ich habs von seiner Seite...dem iss aber leider nich so...er denkt wahrscheinlich es gibt nur eine Seite mit Gedichten im Internet...und eh er sich ins Hemd macht nehm ich es raus ...loooool...."
Das schreibt ein Forums-Mod aus einem Radio-Forum (Name und Quelle verschweig ich zum Schutz des Mods). Warum er das Gedicht löschen musste, bleibt mir unklar, er hat's ja nicht von meiner Seite geklaut und durch Weglassen des Autors die Möglichkeit offen gelassen, dass er es selbst geschrieben hat. Dieses Nachtreten ohne vorherigen Widerstand ist aber in meinen Augen anfängerhaft. Er hat anscheinend meine Anleitung zum Umgang mit Urhebern nicht gelesen
Bleibt mir noch der Schwarze Humor, den ich aktuell in einem Geburtstagsgruß für den Herrn Pfarrer herausgelassen habe. Nicht sehr spektakulär, aber die Frage, die dahinter steht, ist berechtigt: Warum wollen Pastoren, Pfarrer und andere berufsmäßige Gläubige nicht so schnell wie möglich in den Himmel?
"das Gedicht musste ich leider löschen , weil sich der Urheber einbildet ich habs von seiner Seite...dem iss aber leider nich so...er denkt wahrscheinlich es gibt nur eine Seite mit Gedichten im Internet...und eh er sich ins Hemd macht nehm ich es raus ...loooool...."
Das schreibt ein Forums-Mod aus einem Radio-Forum (Name und Quelle verschweig ich zum Schutz des Mods). Warum er das Gedicht löschen musste, bleibt mir unklar, er hat's ja nicht von meiner Seite geklaut und durch Weglassen des Autors die Möglichkeit offen gelassen, dass er es selbst geschrieben hat. Dieses Nachtreten ohne vorherigen Widerstand ist aber in meinen Augen anfängerhaft. Er hat anscheinend meine Anleitung zum Umgang mit Urhebern nicht gelesen
Bleibt mir noch der Schwarze Humor, den ich aktuell in einem Geburtstagsgruß für den Herrn Pfarrer herausgelassen habe. Nicht sehr spektakulär, aber die Frage, die dahinter steht, ist berechtigt: Warum wollen Pastoren, Pfarrer und andere berufsmäßige Gläubige nicht so schnell wie möglich in den Himmel?
Montag, 30. April 2012
Putz in den Mai
Google hat mich nicht mehr lieb. Diese traurige Feststellung musste ich letzte Woche machen, nachdem die Besucherzahlen dramatisch zurückgingen. Das hat den Nebeneffekt, dass jemand, der ein bestimmtes Gedicht von mir über Google sucht, erst mal zahlreiche Kopien ohne Verfasserangabe angeboten bekommt. Es wurde also Zeit, hier etwas zu unternehmen. Seit dem Wochenende schreib ich nun alle Leute an, die Texte von mir auf Ihren Seiten haben. Dabei lasse ich die Wahl zwischen Löschen und Ergänzen des Gedichts um Verfasser- und Quellenangabe. Die meisten entscheiden sich fürs Löschen. Ist wahrscheinlich einfacher. Die Reaktionen reichen dabei vom wortlosen Beseitigen bis zur Entschuldigung wegen des Fauxpas. Bisher war erst eine halbunfreundliche E-Mail dabei. Das kann ich verschmerzen. Ein paar Reaktionen stehen noch aus, aber das Wochenende dürften viele für was Anderes nutzen als wie blöd anderen Leuten hinterherzuschreiben. Ich bin nun mit Geburtstagsgedichten durch. Die dürften die meisten Fälle generiert habe, aber für einen ordentlichen Putz in den Mai reicht es sicher noch.
Montag, 23. April 2012
Ich lyrisch ironisch
Ich habe ein neues Geburtstagsgedicht auf meiner Website platziert, dessen Entstehungsgeschichte ich hier erzählen möchte. Es begann mit einem Fund zum Thema Metrum: Die kleinste deutsche Versschule (PDF). Dabei wurde ein Versfuß erwähnt, von dem ich zugeben muss, dass ich ihn bisher nicht kannte: Der Amphibrachys, ein dreisilbriges Metrum mit der Hebung in der Mitte (xXx). Als Beispiel wurde Heines "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten" angeben, was das Schema
xXx xXx xXx ergibt.
Gereizt hat mich daran, dass hier mit zwei unbetonten Silben zwischen den Hebungen gearbeitet wird. Das mache ich sehr selten, meistens geht's nur auf und ab im Zweiertakt, also Jambus (xX) oder Trochäus (Xx). Eine der wenigen Ausnahmen steht auch auf der Geburtstagsgedichteseite (Des Tages Held). Liest man den Text richtig betont, eiert er sehr schön. Die dreisilbrigen Metren mit zwei unbetonten Silben hintereinander, wie Daktylus (Xxx) und Anapäst (xxX), sind recht musikalisch.
Was mich auf Heine zurückbringt: Dessen Loreleylied ist eigentlich kein gutes Beispiel für den Amphibrachys, denn sein Ziel waren nur drei Hebungen mit einer unbetonten Silbe am Anfang, aber einer variablen Zahl von Senkungen, was typisch fürs Volkslied ist. Mein Ehrgeiz war nun, es mit Rückgriff auf Heine besser zu machen und so beginnt das neue Geburtstagsgedicht mit "Ich weiß nicht, was soll ich dir schenken". Die Amphybrachen sind bis auf eine Ausnahme im jeweils ersten und dritte Vers durchgehalten.
Und noch eine zweite Idee wollte ich in dem Gedicht umsetzen: Das Spiel mit dem „lyrischen Ich“. Ich weiß nicht, ob Schüler heutzutage immer noch mit diesem Begriff gequält werden, aber dieses Gedicht ist ein Beispiel für die verzwickten Konsequenzen, die so ein lyrisches Ich hat.
Normalerweise wird der Dichter mit dem lyrischen Ich verbunden. Mal ist deutlich, dass dieses Ich nur eine Rolle ist, mal verschwimmt die Unterscheidung zwischen Dichter und Ich im Gedicht. Bei Geburtstagsgedichten liegt der Fall noch etwas anders: Hier schlüpft der Überbringer oder Übersender des Gedichtes in die Rolle des lyrischen Ichs. Es sollen ja seine Glückwünsche sein, die zum Ausdruck gebracht werden. Wird der Autorenname weggelassen – was natürlich ganz selten vorkommt –, dann wird der Eindruck von Identität des Ichs im Gedicht mit dem Schreibenden vermittelt. Dieses Ich ist aber eigentlich eine Rolle, in die der Dichter geschlüpft ist mit der Absicht, diese Rolle anderen zugänglich zu machen.
Ich habe nun die Spielregeln leicht geändert. Nach fünf Strophen, die sich um ein etwas merkwürdiges Geburtstagsgeschenk drehen, übernimmt das lyrische Ich mit einem Geständnis das Kommando: „Zum Schluss eine Pflicht, die geblieben: / Das Gedicht ist nicht von mir.“ Im Prinzip entsteht der Eindruck, als ob der erste Teil aus einer fremden Feder stammt, während jetzt der Übersender/Überbringer weiter schreibt und dabei kunstvoll im vorgegebenen Versmaß bleibt.
In der letzten Strophe wird dann noch einer drauf gesetzt. Ein weitere Strophe aus dem „Originalgedicht“ wird zitiert: „Ich hoffe, es wird mir verziehen, / das schreibt der Dichter noch, / der Anfang ist Heine entliehen, / er half mir aus dem Loch.“ Es muss also ein Original geben, wobei die zweite Zeile der Strophe ersetzt wurde. Nur es gibt kein Original. Ich habe im Prinzip dem Nutzer des Gedichtes das lyrische Ich geklaut, indem ich ein Scheingeständnis ablegte. Es nützt ihm nichts mehr, den Autorennamen wegzulassen; die Ansage, dass das Gedicht nicht von ihm ist und er nur eine veränderte Fassung präsentiert, lässt seine Rolle auseinander fallen. Das Ich gehört dem Autor.
So bilde ich mir das zumindest ein. Ob das irgendwer auch so versteht und daran so wie ich Spaß hat, ist eine andere Sache. Der Text ist zugegeben kein besonders gutes Servicegedicht für den Geburtstagsfall (vielleicht wenn man nur die ersten vier Strophen nimmt und einen Glückwunsch anfügt, dann geht’s), es ist mehr ein literaturhistorische Übung, denn letztlich ist es wieder ein Fall von romantischer Ironie.
Gereizt hat mich daran, dass hier mit zwei unbetonten Silben zwischen den Hebungen gearbeitet wird. Das mache ich sehr selten, meistens geht's nur auf und ab im Zweiertakt, also Jambus (xX) oder Trochäus (Xx). Eine der wenigen Ausnahmen steht auch auf der Geburtstagsgedichteseite (Des Tages Held). Liest man den Text richtig betont, eiert er sehr schön. Die dreisilbrigen Metren mit zwei unbetonten Silben hintereinander, wie Daktylus (Xxx) und Anapäst (xxX), sind recht musikalisch.
Was mich auf Heine zurückbringt: Dessen Loreleylied ist eigentlich kein gutes Beispiel für den Amphibrachys, denn sein Ziel waren nur drei Hebungen mit einer unbetonten Silbe am Anfang, aber einer variablen Zahl von Senkungen, was typisch fürs Volkslied ist. Mein Ehrgeiz war nun, es mit Rückgriff auf Heine besser zu machen und so beginnt das neue Geburtstagsgedicht mit "Ich weiß nicht, was soll ich dir schenken". Die Amphybrachen sind bis auf eine Ausnahme im jeweils ersten und dritte Vers durchgehalten.
Und noch eine zweite Idee wollte ich in dem Gedicht umsetzen: Das Spiel mit dem „lyrischen Ich“. Ich weiß nicht, ob Schüler heutzutage immer noch mit diesem Begriff gequält werden, aber dieses Gedicht ist ein Beispiel für die verzwickten Konsequenzen, die so ein lyrisches Ich hat.
Normalerweise wird der Dichter mit dem lyrischen Ich verbunden. Mal ist deutlich, dass dieses Ich nur eine Rolle ist, mal verschwimmt die Unterscheidung zwischen Dichter und Ich im Gedicht. Bei Geburtstagsgedichten liegt der Fall noch etwas anders: Hier schlüpft der Überbringer oder Übersender des Gedichtes in die Rolle des lyrischen Ichs. Es sollen ja seine Glückwünsche sein, die zum Ausdruck gebracht werden. Wird der Autorenname weggelassen – was natürlich ganz selten vorkommt –, dann wird der Eindruck von Identität des Ichs im Gedicht mit dem Schreibenden vermittelt. Dieses Ich ist aber eigentlich eine Rolle, in die der Dichter geschlüpft ist mit der Absicht, diese Rolle anderen zugänglich zu machen.
Ich habe nun die Spielregeln leicht geändert. Nach fünf Strophen, die sich um ein etwas merkwürdiges Geburtstagsgeschenk drehen, übernimmt das lyrische Ich mit einem Geständnis das Kommando: „Zum Schluss eine Pflicht, die geblieben: / Das Gedicht ist nicht von mir.“ Im Prinzip entsteht der Eindruck, als ob der erste Teil aus einer fremden Feder stammt, während jetzt der Übersender/Überbringer weiter schreibt und dabei kunstvoll im vorgegebenen Versmaß bleibt.
In der letzten Strophe wird dann noch einer drauf gesetzt. Ein weitere Strophe aus dem „Originalgedicht“ wird zitiert: „Ich hoffe, es wird mir verziehen, / das schreibt der Dichter noch, / der Anfang ist Heine entliehen, / er half mir aus dem Loch.“ Es muss also ein Original geben, wobei die zweite Zeile der Strophe ersetzt wurde. Nur es gibt kein Original. Ich habe im Prinzip dem Nutzer des Gedichtes das lyrische Ich geklaut, indem ich ein Scheingeständnis ablegte. Es nützt ihm nichts mehr, den Autorennamen wegzulassen; die Ansage, dass das Gedicht nicht von ihm ist und er nur eine veränderte Fassung präsentiert, lässt seine Rolle auseinander fallen. Das Ich gehört dem Autor.
So bilde ich mir das zumindest ein. Ob das irgendwer auch so versteht und daran so wie ich Spaß hat, ist eine andere Sache. Der Text ist zugegeben kein besonders gutes Servicegedicht für den Geburtstagsfall (vielleicht wenn man nur die ersten vier Strophen nimmt und einen Glückwunsch anfügt, dann geht’s), es ist mehr ein literaturhistorische Übung, denn letztlich ist es wieder ein Fall von romantischer Ironie.
Montag, 16. April 2012
Ironie der Geschichte
Eine mir nahe stehende Person, die ich meinen Blutsbruder nenne, beschäftigt sich gerade mit der Epoche der Romantik. Und wenn einer eine literaturgeschichtliche Reise unternimmt, hat er natürlich was zu erzählen. Eine Sache ist dabei besonders bei mir hängen geblieben: Die romantische Ironie.
Die Romantiker haben den Ironiebegriff etwas anders genutzt als er auch damals schon gebraucht wurde. Für sie war Ironie, wenn der Autor die Welt, die er in einer Geschichte oder einem Gedicht aufgebaut hat, durch eigenes Eindringen stört oder gleich ganz wieder zerstört. So ähnlich wie der Verfremdungseffekt beim Brechtschen epischen Theater.
Dieses Verfahren habe ich genutzt, um einen meiner Texte, die auf Halde lagen, den letzten Schliff zu geben. Das Ergebnis heißt natürlich Romantische Ironie. Die Grundidee des Textes basiert auf einem Gedicht von Elizabeth Barrett Browning (1806–1861). Da ich zu faul bin eine deutsche Fassung zu suchen, hier das englische Original:
Sonnets from the Portuguese
IV
IF thou must love me, let it be for naught
Except for love's sake only. Do not say,
'I love her for her smile—her look—her way
Of speaking gently,—for a trick of thought
That falls in well with mine, and certes brought
A sense of pleasant ease on such a day'—
For these things in themselves, Belovèd, may
Be changed, or change for thee—and love, so wrought,
May be unwrought so. Neither love me for
Thine own dear pity's wiping my cheeks dry:
A creature might forget to weep, who bore
Thy comfort long, and lose thy love thereby!
But love me for love's sake, that evermore
Thou mayst love on, through love's eternity.
Die Quintessenz ist in etwa, dass man lieben sollte ohne Grund bzw. um die Liebe selbst willen, weil das ein unzerstörbarer Grund ist. Mit anderen Worten: Ich hab mal wieder auf der Schulter des Riesen gesessen, die Beine baumeln und die Gedanken schweifen lassen. Wenn das ein Pirat erfährt, bin ich geliefert. Die glauben nicht an Kreativität, nur ans Kopieren, wie eine aktuelle Diskussion ums Urheberrecht zeigt.
Die Romantiker haben den Ironiebegriff etwas anders genutzt als er auch damals schon gebraucht wurde. Für sie war Ironie, wenn der Autor die Welt, die er in einer Geschichte oder einem Gedicht aufgebaut hat, durch eigenes Eindringen stört oder gleich ganz wieder zerstört. So ähnlich wie der Verfremdungseffekt beim Brechtschen epischen Theater.
Dieses Verfahren habe ich genutzt, um einen meiner Texte, die auf Halde lagen, den letzten Schliff zu geben. Das Ergebnis heißt natürlich Romantische Ironie. Die Grundidee des Textes basiert auf einem Gedicht von Elizabeth Barrett Browning (1806–1861). Da ich zu faul bin eine deutsche Fassung zu suchen, hier das englische Original:
Sonnets from the Portuguese
IV
IF thou must love me, let it be for naught
Except for love's sake only. Do not say,
'I love her for her smile—her look—her way
Of speaking gently,—for a trick of thought
That falls in well with mine, and certes brought
A sense of pleasant ease on such a day'—
For these things in themselves, Belovèd, may
Be changed, or change for thee—and love, so wrought,
May be unwrought so. Neither love me for
Thine own dear pity's wiping my cheeks dry:
A creature might forget to weep, who bore
Thy comfort long, and lose thy love thereby!
But love me for love's sake, that evermore
Thou mayst love on, through love's eternity.
Die Quintessenz ist in etwa, dass man lieben sollte ohne Grund bzw. um die Liebe selbst willen, weil das ein unzerstörbarer Grund ist. Mit anderen Worten: Ich hab mal wieder auf der Schulter des Riesen gesessen, die Beine baumeln und die Gedanken schweifen lassen. Wenn das ein Pirat erfährt, bin ich geliefert. Die glauben nicht an Kreativität, nur ans Kopieren, wie eine aktuelle Diskussion ums Urheberrecht zeigt.
Montag, 9. April 2012
Flaute beendet
Na endlich ist sie zu Ende die gedichtelose Zeit. Gestern drängelte sich ein Ostergedicht in mein Hirn. Erst ziemlich ungeordnet ohne Reim und ordentliches Metrum, aber mit der Zeit wurd es und heute morgen nach einigen Feilereien ist es geschlüpft: Krach zu Ostern. Im Überschwang habe ich gleich eine ganze Ostergedichteseite eingerichtet.
Dafür hat Google seinem Ruf als unberechenbare Gottheit alle Ehre gemacht. Meine Geburtstagsgedichteseite ist von Platz 1 bei der Suche nach Geburtstagsgedichten bis hinunter auf Platz 6 verstoßen worden. Der Einbruch bei den Besucherzahlen ist entsprechend. Platz 1 war sicher unberechtigt, weil es größere Sammlungen an guten Geburtstagsgedichten gibt, aber Platz 6 ist mir zwei, drei Plätze zu niedrig.
Dafür hat Google seinem Ruf als unberechenbare Gottheit alle Ehre gemacht. Meine Geburtstagsgedichteseite ist von Platz 1 bei der Suche nach Geburtstagsgedichten bis hinunter auf Platz 6 verstoßen worden. Der Einbruch bei den Besucherzahlen ist entsprechend. Platz 1 war sicher unberechtigt, weil es größere Sammlungen an guten Geburtstagsgedichten gibt, aber Platz 6 ist mir zwei, drei Plätze zu niedrig.
Sonntag, 1. April 2012
Unkreativ
Der Monat März war nun der unkreativste des Jahres: Absolut tote Hose, was neue Texte betrifft. Aber die Besucher strömen weiterhin. Nachdem es Mitte des Monats so aussah, als ob es erstmals einen Rückgang geben würde, hat Google aus welchen Gründen auch immer die Geburtstagsgedichteseite auf Platz 1 bei der Suche nach Geburtstagsgedichten gehievt. Ergebnis: 14000 Besucher, also 3000 mehr als letzten Monat, und 37000 Seitenabfragen. Da die Wege des Google unerforschlich sind, wird der Rückschlag sicher demnächst kommen, aber wichtiger wär mir, dass mir mal wieder ein nettes Gedicht einfällt.
Freitag, 9. März 2012
Lyrikwettbewerb
Normalerweise beteilige ich mich nicht an Lyrikwettbewerben. Mit Wettbewerben aller Art, Preisausschreiben und Lottospielen hab ich bis auf ab und zu einen Trostpreis nie Glück gehabt. Aber der Jokers-Wettbewerb war eine zu große Versuchung: 500 Euro für ein Gedicht und das gleich zehn Mal. Das ist pervers. Also hab ich ein Nikolausgedicht ins Rennen geschickt, das recht frisch ist, auch etwas perverse Züge trägt und letztes Jahr zu spät dran war für den 6. Dezember. Sollte doch gelacht sein, wenn das nicht für einen geteilten 1000. Platz reicht.
Donnerstag, 1. März 2012
Ruhestand und Statistik
Ich habe die Abschiedsgedichte etwas umsortiert und das heiße Thema Ruhestand ausgegliedert. Da aber eigentlich noch nicht genug Gedichte dazu vorhanden sind, durften noch ein paar Kurzgedichte der Altvorderen ran.
Anderes Thema: Statistik. Dezember und Januar liefen ja schon auf Rekordniveau mit über 7000 Besuchern, doch der kurze Februar schläg sie alle: Knapp 11000 Besucher und über 36.000 Seitenabfragen. Schuld dran sind eindeutig die Geburtstagsgedichte. Google verzeichnet mich zur Zeit bei diesem Begriff auf Platz drei. Wie viele Besucher die Plätze eins und zwei haben, will ich gar nicht wissen. Ich hatte mal als Ziel 3000 Besucher im Monat ausgegeben. Ich meine, wer liest heute noch Gedichte? Aber: Das sind anscheinend viel mehr als man gemeinhin denkt.
Anderes Thema: Statistik. Dezember und Januar liefen ja schon auf Rekordniveau mit über 7000 Besuchern, doch der kurze Februar schläg sie alle: Knapp 11000 Besucher und über 36.000 Seitenabfragen. Schuld dran sind eindeutig die Geburtstagsgedichte. Google verzeichnet mich zur Zeit bei diesem Begriff auf Platz drei. Wie viele Besucher die Plätze eins und zwei haben, will ich gar nicht wissen. Ich hatte mal als Ziel 3000 Besucher im Monat ausgegeben. Ich meine, wer liest heute noch Gedichte? Aber: Das sind anscheinend viel mehr als man gemeinhin denkt.
Samstag, 25. Februar 2012
Mein erstes Frühlingsgedicht
Es mag unglaublich klingen: Obwohl ich seit über fünf Jahren Gedichte schreibe, habe ich erst diese Woche mein erstes Frühlingsgedicht geschrieben. Das hängt mit meiner "Berufung" als Dichter zusammen, die ich letztes Jahr geschildert habe. Ich war die meiste Zeit eher Lückenfüller bei Themen, die den Herren Lyrikern nicht so pläsieren. Passenderweise habe ich das Gedicht "Der erste Frühling" genannt. Wobei mir der Text wie eine Mischung von Hoffmann von Fallersleben und Wilhelm Busch vorkommt. Das sage ich nicht, um mich mit berühmten Federn zu schmücken, sondern ist eher das Eingeständnis, dass ich mich manchmal nicht genug von den alten Vorbildern lösen kann.
Vor allem Wilhelm Busch muss großen Eindruck auf mich gemacht haben. Ein Beispiel ist mein Gedicht Bücherfernsehen. Es beginnt "Das Bücherlesen ist zur Bildung unentbehrlich, / doch gilt es vielen als beschwerlich." Statt "unentbehrlich" hätte ich auch "unverzichtbar" oder ein positiven Ausdruck wählen können, aber dieses "unentbehrlich" ist mir derart eingebrannt aus der Wilhelm Busch-Zeile "Wirklich, er war unentbehrlich", dass ich gar nicht anders konnte. Auch beim Reimpaar "unentbehrlich / als beschwerlich" hätte ich schwören können , dass Busch dies mal benutzt hat, aber dem scheint nicht so zu sein. Ich habe es nirgendwo gefunden.
Und die Schlusszeile des Gedichts "und lässt von Büchern sich das Nötigste berichten." führe ich eindeutig auf "Er liest in der Kölnischen Zeitung / Und teilt ihr das Nötigste mit." aus "Der Liebe war nicht geringe ..." zurück. Ohne Kenntnis dieses Gedichts hätte ich wahrscheinlich "das Wichtigste" statt "das Nötigste" geschrieben.
Es gibt diese Floskel, dass man als Schreiberling auf den Schultern von Riesen sitzt. Da ist sicher was dran. Jeder wird erstmal auf der Schulter mitgeschleppt, bevor er laufen lernt. Allerdings ist dieses Eingeständnis heutzutage gefährlich, weil es gerne dafür missbraucht wird, Schreibern grundsätzlich die Rechte an ihren Texten streitig zu machen. Dabei wird unterschlagen, dass in der Produktion von materiellen Dingen auch das Wissen von Generationen drinsteckt. Das ist aber natürlich ganz etwas Anderes.
Vor allem Wilhelm Busch muss großen Eindruck auf mich gemacht haben. Ein Beispiel ist mein Gedicht Bücherfernsehen. Es beginnt "Das Bücherlesen ist zur Bildung unentbehrlich, / doch gilt es vielen als beschwerlich." Statt "unentbehrlich" hätte ich auch "unverzichtbar" oder ein positiven Ausdruck wählen können, aber dieses "unentbehrlich" ist mir derart eingebrannt aus der Wilhelm Busch-Zeile "Wirklich, er war unentbehrlich", dass ich gar nicht anders konnte. Auch beim Reimpaar "unentbehrlich / als beschwerlich" hätte ich schwören können , dass Busch dies mal benutzt hat, aber dem scheint nicht so zu sein. Ich habe es nirgendwo gefunden.
Und die Schlusszeile des Gedichts "und lässt von Büchern sich das Nötigste berichten." führe ich eindeutig auf "Er liest in der Kölnischen Zeitung / Und teilt ihr das Nötigste mit." aus "Der Liebe war nicht geringe ..." zurück. Ohne Kenntnis dieses Gedichts hätte ich wahrscheinlich "das Wichtigste" statt "das Nötigste" geschrieben.
Es gibt diese Floskel, dass man als Schreiberling auf den Schultern von Riesen sitzt. Da ist sicher was dran. Jeder wird erstmal auf der Schulter mitgeschleppt, bevor er laufen lernt. Allerdings ist dieses Eingeständnis heutzutage gefährlich, weil es gerne dafür missbraucht wird, Schreibern grundsätzlich die Rechte an ihren Texten streitig zu machen. Dabei wird unterschlagen, dass in der Produktion von materiellen Dingen auch das Wissen von Generationen drinsteckt. Das ist aber natürlich ganz etwas Anderes.
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